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Steigende Speicherpreise: Auswirkungen auf den Gebraucht-Smartphone-Markt

Steigende Speicherpreise: Auswirkungen auf den Gebraucht-Smartphone-Markt

Der globale Smartphone-Markt steht vor einer erheblichen Kostenverschiebung, da die Preise für Speicherchips – insbesondere DRAM und NAND-Flash – stark steigen. Das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research hat die weltweiten Smartphone-Lieferprognosen für 2026 nach unten korrigiert und führt die Veränderung direkt auf die gestiegenen Speicherkosten zurück, die entlang der Lieferkette weitergegeben werden. Dies markiert eine deutliche Abweichung von der Wachstumserwartung, die die Branche Anfang des Jahres noch hatte.
(telecoms)

Dieser Trend betrifft nicht nur Hersteller neuer Geräte, sondern auch Refurbisher, Trade-in-Partner und Betreiber des Sekundärmarkts. Aus Sicht von NSYS wirken steigende Speicherpreise wie ein Multiplikator bestehender Ineffizienzen im Gebrauchtmarkt – insbesondere bei Preisgenauigkeit, Konsistenz der Gerätebewertung und Lagerplanung.

Warum Speicherpreise steigen

Die Ursache liegt in der stark gestiegenen Nachfrage nach Speicherchips, die durch KI-Infrastruktur getrieben wird. Rechenzentren, die große Sprachmodelle und maschinelles Lernen betreiben, verbrauchen enorme Mengen an DRAM und leistungsstarkem NAND-Flash. Während Halbleiterhersteller die Produktion von High-End-Speicher für KI- und Unternehmensanwendungen priorisieren, wird die Versorgung mit mobilen Speichern knapper und die Vertragspreise steigen.

Branchendaten bestätigen, dass die Speicherpreise im Verlauf von 2025 stark gestiegen sind und voraussichtlich auch 2026 hoch bleiben werden.
(ferra)

Operativ betrachtet handelt es sich dabei nicht um eine kurzfristige Schwankung. Für den Sekundärmarkt bedeutet dies eine strukturelle Verschiebung, wie sich der Wert von Geräten im Laufe der Zeit bildet und erhält.

Auswirkungen auf die Preise neuer Smartphones

Counterpoint Research nennt mehrere direkte Folgen für den Primärmarkt:

  • Die weltweiten Smartphone-Lieferungen werden 2026 voraussichtlich um etwa 2,1 % schrumpfen, was die bisherigen Wachstumserwartungen umkehrt.
    (mactech)

  • Die durchschnittlichen Verkaufspreise dürften um rund 6,9 % im Jahresvergleich steigen, da Hersteller die höheren Komponentenpreise an den Markt weitergeben.
    (telecoms)

  • Budget-Geräte sind am stärksten betroffen, mit Materialkostensteigerungen von 20–30 %, während Mittelklasse- und Premium-Segmente moderat zulegen.
    (mymobileindia)

  • Um Margen zu schützen, reduzieren OEMs zunehmend die Spezifikationen bei Einsteigermodellen – einschließlich der Speichergrößen selbst.
    (mobileworldlive)

Ein weiterer Effekt der steigenden Speicherpreise ist, dass viele kommende Smartphones voraussichtlich kleinere RAM- und Speichergrößen haben werden als ihre Vorgänger – Geräte werden „einfacher“ oder weniger leistungsfähig, obwohl die Preise steigen. Laut CNews werden Modelle mit 16 GB RAM 2026 nahezu verschwinden, während selbst Budget-Geräte mit 4 GB deutlich teurer werden. (CNews)

Dieser Trend zeigt die wachsende Leistungslücke zwischen hochspezifizierten Refurbished-Geräten und den eingeschränkten neuen Modellen, was den Wert des Sekundärmarkts weiter stärkt.

Auswirkungen auf den Gebrauchtmarkt

Auf Basis der Erfahrungen von NSYS mit Refurbishern, Marktplätzen und B2B-Wiederverkäufern führen steigende Speicherpreise bei neuen Geräten zu vier praktischen Effekten auf dem Sekundärmarkt:

  1. Höhere Nachfrage, aber wählerischere Käufer
    Teurere oder weniger attraktive Basis-Smartphones führen dazu, dass viele Verbraucher Upgrades verzögern oder aktiv nach gebrauchten Alternativen suchen. Die Nachfrage nach Gebrauchtgeräten steigt, aber selektiv: Käufer achten verstärkt auf nutzbare Speichergröße, langfristige Leistung und den Wert im Vergleich zu herabgestuften Neugeräten.

  2. Speicher wird zum zentralen Preiskriterium
    Speicher beeinflusst schon immer den Wiederverkaufswert. Steigende Preise verstärken diesen Effekt: Geräte mit höherem RAM oder Speicher behalten länger Liquidität, Preisunterschiede zwischen Speicherstufen wachsen schneller, und ein genereller Gleichpreis aller Modelle führt zu systematischer Fehleinschätzung. Datengestützte Konfigurationserkennung und Preisgestaltung werden daher unverzichtbar.

  3. Größere Volatilität des Restwerts
    Da OEMs Spezifikationen von Generation zu Generation anpassen, werden Restwertkurven unvorhersehbarer. Niedrigspezifizierte Geräte verlieren schneller an Wert, während besser konfigurierte Modelle eher wie Mid-Tier-Assets reagieren. Für Sekundärmarktakteure steigt das Risiko von Lageralterung, Preisfehlern und Abhängigkeit von veralteten Durchschnittswerten.

  4. Längere Lebenszyklen, höhere Qualität der Bestände
    Verbraucher behalten Geräte länger, was den Sekundärmarkt später mit besser gepflegten Einheiten versorgt. Das unterstützt Nachhaltigkeit und höhere Durchschnittsqualität von Refurbished-Geräten. Gleichzeitig steigt die Bedeutung präziser Zustands- und Leistungsbewertungen beim Eingang.

Strategische Maßnahmen für Gebrauchtgeräte-Unternehmen – Die NSYS-Perspektive

Um sich an den speichergetriebenen Markt anzupassen, empfiehlt NSYS, sich auf drei Bereiche zu konzentrieren, in denen operative Disziplin messbare Ergebnisse liefert:

  • Präzise Konfigurationserkennung: Zuverlässige RAM- und Speicherbestimmung beim Eingang sorgt für faire Preise und verhindert versteckte Margenverluste.

  • Dynamische, datenbasierte Preisgestaltung: Statische Preisspannen spiegeln die Marktrealität nicht mehr wider; Preismodelle müssen Konfigurationsunterschiede, Nachfrageänderungen und neue Gerätespezifikationen berücksichtigen.

  • Transparente Wertkommunikation: Da die Leistungslücke zwischen neuen und gebrauchten Geräten enger wird, ist die klare Kommunikation überprüfter Spezifikationen und Leistungsmetriken entscheidend für Conversion.

Fazit: Strukturelle Verschiebung, kein temporärer Schock

Der Anstieg der Speicherpreise – bestätigt von Counterpoint Research und mehreren Branchenquellen – verändert die Wertschöpfung und Werterhaltung über den gesamten Lebenszyklus von Smartphones.

Für den Gebrauchtmarkt ist dies nicht nur eine Nachfrageerhöhung. Es ist eine Neudefinition von Wert, bei der Speichergröße, überprüfte Leistung und Datenpräzision eine zentrale Rolle spielen. Unternehmen, die auf vereinfachte Bewertung und statische Preisgestaltung setzen, werden unter zunehmendem Margendruck leiden. Wer in Diagnostik, Analytik und standardisierte Prozesse investiert, kann die durch Speicherpreisinflation verursachte Kostensteigerung in einen langfristigen Wettbewerbsvorteil verwandeln.

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